Seite zum Roman ROTER MUND UND WUNDES HERZ
über Oswald von Wolkenstein von Friedhelm Schneidewind

Rezensionen

»Ein geschichtlich authentischer Roman mit phantastischen Elementen ... Sequenziell springt die Sichtweise jeweils in der Mitte der Kapitel zwischen Ich- und auktorialem Erzähler, was Leserinnen und Lesern ermöglicht, auch durch die Augen des Protagonisten zu blicken. Eine interessanter schreibtechnischer Kunstgriff, der es erlaubt, Oswald sowohl in seinem Umfeld als auch als Subjekt agieren zu lassen, was ihn intensiver erfahrbar macht. Der Autor bindet nicht nur die historischen Ereignisse und Orte, innerhalb derer sich der Protagonist bewegt, in den Roman ein, er zeichnet auch ein differenziertes Bild von dessen Persönlichkeit. ... stets historisch plausibel und atmosphärisch stimmig ... Leserinnen und Leser, die ein actionreiches Historien-Abenteuer mit blitzenden Klingen und heißen Romanzen erwarten, könnten enttäuscht sein. Wer hingegen an einem authentischen Bild des Protagonisten im Lichte seiner Zeit interessiert ist, dem wird mit Roter Mund und wundes Herz ein ebenso spannendes wie erkenntnisreiches Lesevergnügen geboten.«
(section_31 zu »Roter Mund und wundes Herz«, amazon-Rezension, 30.7.2025 – komplette Rezension)

»Mit akribischer Recherche und einem Schuss Fantasy lässt der Autor und Musiker Friedhelm Schneidewind ... den Minnesänger und Ritter durch die aufregende Welt des 15. Jahrhundert ziehen, beschreibt den Charakter mit Tiefgang. Er taucht hautnah in die Welt des Spätmittelalters mit Intrigen, Kämpfen, Machtgezerre. Das Buch ist aufwändig gestaltet mit Karte, vom Autor ins Neuhochdeutsche übertragenen Liedtexten, Noten, Personenliste, Zeittafel, Lesebändchen. Ein unterhaltsam zu lesendes, aber auch fachlich profundes Stück Musikgeschichte mit höfisch-historischem Plot.«
(Renate Schattel zu »Roter Mund und wundes Herz«, ekz-Lektoratsdienste, ID/IN 2025/28, 7.7.2025 – komplett als PDFkomplett als jpg)

»ein wunderbares Buch! Lebendig und detailreich erzählt Friedhelm Schneidewind vom erstaunlichen Leben Oswalds von Wolkenstein, der sehr viel mehr war als der wohl berühmteste Sänger des Mittelalters. Man lernt auf überaus unterhaltsame Weise sehr viel übers Mittelalter ... Der Band glänzt mit Texten und Noten von Oswalds Liedern, durch die dieser berühmt wurde. Ein sehr gelungenes Werk über ein reales, mittelalterliches Leben!«
(Angela Rose Burkart zu »Roter Mund und wundes Herz«, amazon-Rezension, 3.7.2025)

Ein geschichtlich authentischer Roman mit phantastischen Elementen
Oswald von Wolkenstein (1377-1445) gilt wahlweise als letzter Minnesänger oder erster moderner Lyriker, wobei die Wahrheit – wie sein Werk –, im wahrsten Sinne des Wortes „dazwischen“ liegt, nämlich auf der Epochenschwelle vom Spätmittelalter zur Renaissance. Friedhelm Schneidewind hat mit Roter Mund und wundes Herz seinen ersten historischen Roman mit fantastischen Elementen vorgelegt und verdeutlicht bereits im Untertitel – Oswald von Wolkenstein: Raufbold und Ritter, Diplomat, Dichter und begnadeter Musiker – die Vielschichtigkeit des Protagonisten. Der Roman beginnt mit einem für Oswald von Wolkenstein prägenden Ereignis im Frühling des Jahres 1407. Aufgewühlt von einem Streit sucht er die Ruhe im Gebet. Noch bevor er die Kirche Sankt Vigilius betritt, wird er einer musizierenden Frau gewahr, die er auf seinem weiteren Lebensweg noch öfter antreffen soll: Es handelt sich um eine Harfen-Fee, die der Autor als wiederkehrendes fantastisches Element geschickt in den ansonsten realitätsnahen Roman eingeflochten hat. Die Szene lässt sich als Schlüsselereignis interpretieren, das Oswald sich – neben seinen zahlreichen weltlichen Verpflichtungen – in einem besonderen Maße der Musik verschreiben lässt. Im Anschluss springt die Handlung zurück in das Jahr 1391, Oswalds Kindheits- und Knappenzeit, um fortan chronologisch den Lebensweg des Protagonisten nachzuzeichnen. Der Autor bedient sich hierbei eines fortlaufenden Perspektivenwechsels: Sequenziell springt die Sichtweise jeweils in der Mitte der Kapitel zwischen Ich- und auktorialem Erzähler, was Leserinnen und Lesern ermöglicht, auch durch die Augen des Protagonisten zu blicken. Eine interessanter schreibtechnischer Kunstgriff, der es erlaubt, Oswald sowohl in seinem Umfeld als auch als Subjekt agieren zu lassen, was ihn intensiver erfahrbar macht. Der Autor bindet nicht nur die historischen Ereignisse und Orte, innerhalb derer sich der Protagonist bewegt, in den Roman ein, er zeichnet auch ein differenziertes Bild von dessen Persönlichkeit. Oswald von Wolkenstein verlor bereits in jungen Jahren sein rechtes Auge: eine Behinderung, die gerade in einem martialisch geprägten Umfeld deutlich schwerer wog als in unserer heutigen Gesellschaft und daher den Protagonisten zeitlebens prägte. Dies – und auch dass Oswald ein sprichwörtliches „Kind seiner Zeit“ gewesen ist – macht der Autor sowohl in dessen Handlungen als auch Gedanken deutlich. Er skizziert so weit möglich ein realistisches Bild des Oswald von Wolkenstein, eines Menschen, der einerseits ein außerordentlicher Dichter und Musiker war, andererseits aber auch Äußerungen von sich gab, die wir heute kaum gutheißen würden – beispielsweise wenn er zufrieden feststellt, dass man einen Gegner nur „wenig foltern“ musste. An dieser und vielen anderen Stellen wird deutlich, dass der Autor – soweit dies bei einer historischen Persönlichkeit machbar ist – auf bestmögliche Authentizität Wert gelegt hat. Sicher bedient er sich hierbei auch erzählerischer sowie fantastischer Elemente, um wissenschaftlich nicht belegte Lücken oder nur unzureichend dokumentierte Ereignisse im Lebenslauf eines Menschen, der vor über fünfhundert Jahren gelebt hat, sinnvoll zu füllen; jedoch stets historisch plausibel und atmosphärisch stimmig. Auch die Szenerie wird aus meiner Sicht (eines geschichtlich interessierten Rezensenten) bestmöglich im Lichte des aktuellen Forschungsstands wiedergegeben, zudem hat der Autor auf eine historisch korrekte Wortwahl geachtet, wie beispielsweise an dem zeitgenössischen Begriff „Instrumentum“ deutlich wird; der Begriff „(Musik-)Instrument“ wurde im 14. und 15. Jahrhundert noch nicht verwendet. Hierbei soll keinesfalls der Eindruck entstehen, bei dem Roman handle es sich um ein trockenes Geschichtsbuch. In Bezug auf die handelnden Personen präsentiert sich der Roman lebendig, in Bezug auf den historischen Rahmen „unaufdringlich informativ“. Geschichtliche Ereignisse werden geschickt in die Handlung eingeflochten. So wird beispielsweise in einem Gespräch – quasi „nebenbei“ – das abendländische Schisma von 1378 erklärt. Mein Fazit fällt ebenso differenziert wie die Darstellung des Oswald von Wolkenstein aus. Leserinnen und Leser, die ein actionreiches Historien-Abenteuer mit blitzenden Klingen und heißen Romanzen erwarten, könnten enttäuscht sein. Wer hingegen an einem authentischen Bild des Protagonisten im Lichte seiner Zeit interessiert ist, dem wird mit Roter Mund und wundes Herz ein ebenso spannendes wie erkenntnisreiches Lesevergnügen geboten. Der Roman ist mit umfangreichem, auch digitalem Bonusmaterial ausgestattet. So umfasst der Anhang zahlreiches Liedgut aus der Feder des Oswald von Wolkenstein, darunter auch "Her Wirt uns türstet" und "Mein Herz, das ist versehrt", das vom Autor ins Neuhochdeutsche übertragen wurde (siehe Foto). Auf einer eigens für den Roman eingerichteten Webseite werden sämtliche Noten und Liedtexte aus dem Buch – welche dort jeweils mit einem QR-Code versehen sind – sowie ausgewählte Ton- und Videoaufnahmen bereitgestellt, die vom Autor persönlich eingesungen wurden. Die Webseite wird in einem speziellen Bereich monatlich um neue Texte und Aufnahmen ergänzt. Weiterhin umfasst der Anhang eine Zeittafel sowie ein Verzeichnis der im Roman agierenden Personen, wobei zwischen historischen und fiktiven Charakteren unterschieden wird (siehe Foto). Die Buchdeckelrückseiten sind mit Kartenausschnitten bedruckt (siehe Foto), welche die zentralen Handlungsorte des Romans verzeichnen und es so ermöglichen, die Lebensgeschichte des Oswald von Wolkenstein auch räumlich nachzuvollziehen. Friedhelm Schneidewind ist seit Jahrzehnten schriftstellerisch tätig, sowohl im Sachbuch-Bereich als auch in der Phantastik, und hat bereits mehrere Romane publiziert sowie zahlreiche Anthologien herausgegeben. Er ist unter anderem langjähriges Mitglied der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft e. V. sowie von Symbolon, der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. Als Musiker beherrscht er mehrere, auch historische Instrumente, unter anderem Blockflöte/Gemshorn, Harfe, Drehleier und Portativ.«
(section_31 zu »Roter Mund und wundes Herz«, amazon-Rezension, 30.7.2025)

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